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title: "Bildungspreis: Losglück entscheidet zwischen zwei Topnoten"
author: "Vanessa Vogt"
published: 2026-08-27
region: "Gossau SG"
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publisher: RegioTicker
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---# Bildungspreis: Losglück entscheidet zwischen zwei Topnoten

**Am Mittwoch, 26. August 2026, fand im BBC Gossau die 8. Bildungspreisverleihung des Gewerbevereins Gossau statt. Noelle Gmünder (Cavelti AG) belegte mit ihrer Abschlussnote 5.5 für die Ausbildung zur Polygrafin EFZ den ersten Platz. Über ihren Sieg entschied das Los.**

An diesem warmen Sommerabend hatte Noelle Gmünder gleich zweimal zu feiern: ihren grandiosen Lehrabschluss und den Glücksmoment als Gewinnerin des Gossauer Bildungspreises. Denn auch Alessia Arnold (Kühnis Optik Gossau) hatte ihre Ausbildung zur Augenoptikerin EFZ mit der hervorragenden Note 5.5 abgeschlossen. Beide lagen damit an der Spitze. Claudia Meier-Uffer, Vorstandsmitglied von Gewerbe Gossau, zog schliesslich als «Glücksfee» das entscheidende Los. Das Glück war auf der Seite von Gmünder: Sie gewann den Helbling-Reisegutschein im Wert von 3000 Franken. Arnold durfte sich über den zweiten Platz und einen Gutschein von Bikeshop Gätzi im Wert von 1200 Franken freuen.

## Politik und Bildung zu Gast

Zum Anlass konnte Präsident Remo Schönenberger neben den zehn nominierten jungen Berufsleuten zahlreiche Gäste aus Politik und Bildung begrüssen. Anwesend waren unter anderem Kantonsratspräsidentin Andrea Abderhalden, Stadtpräsident Wolfgang Giella, Stadträte Florin Scherrer und Claudia Martin, Schulratspräsident Stefan Rindlisbacher sowie Kantonsrat Gallus Hälg. Damit erhielt der Bildungspreis auch in seiner achten Ausgabe einen besonderen politischen und gesellschaftlichen Rahmen.

## «Fundament von Gesellschaft und Wirtschaft»

Die Laudatio hielt Kantonsratspräsidentin Andrea Abderhalden. Für sie ist Bildung weit mehr als die reine Vermittlung von Wissen. «Bildung ist nicht nur ein Wort, sondern ein Teil meiner Lebensgeschichte», sagte sie. Bildung sei für sie das «Fundament von Gesellschaft und Wirtschaft» und verbinde Handwerk, Wissen und Innovation. Abderhalden griff für ihre Laudatio auf ihre eigene Herkunft aus einer Holzhandwerkerfamilie zurück. Holz sei ehrlich und zeige jede Spur, Stärke und Schwäche. «Nur mit Sorgfalt und Respekt kommt etwas Gutes zustande», erklärte sie und schlug damit die Brücke zur Bildung. 

## Tradition und Fortschritt

Ihr persönliches Kantonsrats-Motto sei «Tradition mit Fortschritt verbinden» - Tradition gebe Halt, Fortschritt gebe Richtung. Beides brauche Herz, Verstand und Bodenständigkeit: «Der Bildungspreis steht genau für diese Werte», sagte Abderhalden. «Er würdigt die Personen, die mit Leidenschaft lernen, mit Einsatz arbeiten und mit Weitsicht gestalten. Menschen, die zeigen, dass Erfolg nie allein entsteht, sondern im Zusammenspiel von Schule, Betrieben und Gemeinschaft.»

Die Kantonsratspräsidentin würdigte auch die Rolle der Ausbildungsbetriebe. Sie investierten viel und schafften einen Rahmen, in dem Talente wachsen könnten. Die Nominierten verkörperten für sie Haltung, Verlässlichkeit, Teamgeist und Stolz auf die eigene Arbeit. Sie seien Vorbilder für kommende Generationen, die Verantwortung übernehmen und mit Freude Zukunft gestalten.

## Nicht nur die Noten zählen

Auch Vorstandsmitglied Stefan Hollenstein stellte in seiner Begrüssung die jungen Berufsleute ins Zentrum. «Wir feiern nicht nur die Nominierten, sondern auch das duale Bildungssystem», betonte er. Der Bildungspreis solle nicht nur herausragende Noten sichtbar machen, sondern auch den Weg würdigen, der hinter einem erfolgreichen Lehrabschluss stehe.

Die zehn Nominierten aus Gossau, Andwil und Arnegg hatten ihre Lehrabschlüsse mit mindestens der Note 5.0 abgeschlossen. Dahinter stünden Fleiss, Einsatz und die Bereitschaft, mehr zu leisten als das Nötige. Gleichzeitig verwies Hollenstein auf die besondere Bedeutung des dualen Berufsbildungssystems. Die Lernenden würden nicht nur für die Schule ausgebildet, sondern früh Verantwortung übernehmen und direkt in der Berufspraxis arbeiten. Mit einem Lehrabschluss sei zudem längst nicht Schluss: Zahlreiche Anschlussmöglichkeiten stünden offen.

## Losglück entscheidet auch weitere Ränge

Bei der Rangverkündigung zeigte sich, wie hoch das Leistungsniveau in diesem Jahr war: Mehrere Nominationen lagen bei praktisch identischen Spitzenresultaten. Auch auf den Rängen drei und fünf musste deshalb das Los entscheiden. Neben Diplom und Anerkennung erhielten die jungen Berufsleute Gutscheine der Sponsoren. Der dritte Platz wurde mit einem Gutschein des csg Computer Shops Gossau über 500 Franken prämiert. Für den zweiten Rang gab es den Gätzi-Gutschein über 1200 Franken, während Noelle Gmünder als Erstplatzierte den Reisegutschein von Helbling Reisen im Wert von 3000 Franken entgegennehmen durfte.

## Ein Abend für die Berufsbildung

Zum Abschluss würdigte Hollenstein noch die zahlreichen Ausbildungsbetriebe und deren Engagement: Der Bildungspreis mache sichtbar, welche Qualität und Vielfalt die Unternehmen in Gossau und Umgebung zu bieten hätten. Dieser Abend sei weit mehr als eine reine Rangverkündigung: Im Mittelpunkt standen zehn junge Menschen, die mit starken Leistungen ihren nächsten Schritt gemacht haben – und ein Berufsbildungssystem, das ihnen dafür viele Türen offenhält. Die Botschaft von Abderhalden passte deshalb zum Anlass: neugierig bleiben, die Freude am Handwerk bewahren und die Chancen nutzen, die sich nach dem Lehrabschluss bieten.

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